Urtikaria ist eine der häufigsten Erkrankungen der Haut. Bekannt ist sie auch unter den Namen Nesselsucht, Nesselausschlag, Quaddelsucht oder Nesselfieber. Typisch für die Krankheit ist das plötzliche Auftreten eines Hautausschlages, der meist stark juckt oder brennt.

Ungefähr jeder vierte Mensch ist im Laufe seines Lebens von Urtikaria betroffen. Die Auslöser der Erkrankung können sehr vielseitig sein. 
 

Charakteristisch für Urtikaria ist das plötzliche Auftreten von Quaddeln und / oder Angioödemen (Schwellungen). Die Quaddeln gehen oftmals mit starkem Jucken und Brennen einher, während Angioödeme häufig auch die Schleimhäute betreffen. Betroffene fühlen sich oft schwach, haben Schmerzen und ein enormes Jucken.

Ist die Urtikaria chronisch, gehen die Auswirkungen weit über die körperlichen Symptome hinaus und können gravierende Folgen auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen haben. Oft führen die Beschwerden bei chronischer Urtikaria zu Schlafstörungen und Antriebslosigkeit. Außerdem besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene als Folge ihrer Urtikaria an Depression und Angstgefühlen leiden.
 

Die Anamnese ist die mit Abstand wichtigste diagnostische Maßnahme. Dabei werden unter anderem die möglichen Auslöser der Urtikaria im Gespräch mit den Patient*innen erfragt. Danach folgt eine körperliche Untersuchung der Patient*innen und die Bestimmung einiger Laborparameter wie z.B. Differenzialblutbild und C-reaktives Protein. Die weiteren diagnostischen Maßnahmen hängen von der Form der Urtikaria ab. Da der individuelle Auslöser bei einer chronischen spontanen Urtikaria oftmals verborgen bleibt, sollte aber ohnehin die Behandlung im Vordergrund stehen.

Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen, bei denen Quaddeln vorliegen, gibt es bei der chronischen spontanen Urtikaria keinen konkreten auslösenden Reiz – chronische spontane Urtikaria ist keine Allergie. Die Schübe treten willkürlich auf und die Patient*innen können auch nichts tun, um diese zu vermeiden. Daher ist die Erkrankung nicht nur an Tagen mit einem Urtikaria-Schub emotional belastend. Als Ursache werden unter anderem chronische Infektionen, nicht-allergische Überempfindlichkeitsreaktionen auf Medikamente sowie Autoimmunerkrankungen diskutiert.

Sobald die Diagnose feststeht, kann mit der Therapie begonnen werden. Nach Empfehlung der aktuellen Leitlinien für die chronische spontane Urtikaria beginnt man mit dem Einsatz von Antihistaminika. Kann dadurch keine Symptomfreiheit erzielt werden, stehen zusätzliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. 

Als Notfalltherapie im Falle akuter schwerer Schübe kann mit hochdosiertem oralem Kortison behandelt werden.

Behandlungsziel der chronischen spontanen Urtikaria ist das Erreichen einer vollständigen Beschwerdefreiheit.
 

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