

Neurodermitis
Kortisonfreier Behandlungsansatz bei Neurodermitis
Bei Neurodermitis oder atopischer Dermatitis reagiert die Haut auf äußere und innere Reize mit einer juckenden Entzündung, die auch als Ekzem bezeichnet wird. In Deutschland leiden etwa vier Prozent der Bevölkerung an Neurodermitis, wobei die Häufigkeit unter Kindern sogar über zehn Prozent beträgt.
Die Veranlagung zu dieser chronischen Krankheit ist erblich, was jedoch nicht heißt, dass sie bei jedem Anlagenträger auch zum Ausbruch kommt. Dazu sind bestimmte Provokationsfaktoren wie Allergene, Infektionen, Klimawechsel oder Stress notwendig.
Den Teufelskreis durchbrechen
Die schubförmig verlaufende Hauterkrankung beginnt mit Juckreiz, auf den die Patienten mit ständigem, oft unbewusstem Kratzen reagieren. Das hat eine andauernde Irritation der Haut zur Folge. Kleine Verletzungen führen schließlich zu Ekzemen, die wieder Juckreiz verursachen. Diesen Teufelskreis gilt es, mit der Therapie zu unterbrechen.
Novartis hat eine kortisonfreie Creme entwickelt und in zahlreichen klinischen Studien dokumentiert. Diese kortisonfreie Creme ist zugelassen für die Behandlung der leichten bis mittelschweren Neurodermitis bei Patienten ab zwei Jahren. Die Anwendung bietet sich insbesondere in den sensiblen Hautarealen wie im Gesichts- und Halsbereich an.
Auch schwere Neurodermitis ist behandelbar
Bei schweren Verlaufsformen wirken herkömmliche Therapien häufig nicht ausreichend. Dann kann Ciclosporin eingesetzt werden. Der Wirkstoff Ciclosporin führt innerhalb kurzer Zeit zu einem deutlichen Rückgang des oft außergewöhnlich starken Juckreizes und zum Abheilen der Ekzeme, wie zahlreiche Studien und Erfahrungsberichte zeigen.
Immunologische Vorgänge spielen eine entscheidende Rolle bei der Neurodermitis: Das körpereigene Abwehrsystem zeigt Überreaktionen und hat sich der Steuerung entzogen. Das Immunsystem kann körperfremde Stoffe, zu deren Ausschaltung es eigentlich da ist, nicht mehr von körpereigenen zu unterscheiden und richtet sich daher auch gegen sich selbst. Dadurch entsteht ein Ursache-Wirkungs-Kreislauf, der mit einer symptomatischen Behandlung oftmals nicht unterbrochen werden kann. Ciclosporin kann diese überschießende und fehl regulierte Immunreaktion bremsen, die normalen Abläufe wieder herstellen und damit rasch zur Besserung der äußeren Symptome - bis zur kompletten Erscheinungsfreiheit - führen. Ciclosporin verbessert daher auch deutlich die Lebensqualität.
Seit über 25 Jahren wird Ciclosporin weltweit vor allem in der Transplantationsmedizin eingesetzt. Es bestehen daher umfangreiche Erfahrungen mit diesem Wirkstoff, wobei zur Therapie der Neurodermitis in der Regel wesentlich geringere Wirkstoffmengen ausreichen. Mit Ciclosporin werden auch gute Ergebnisse bei der Behandlung anderer Autoimmunerkrankungen erzielt, beispielsweise bei schweren Formen der Schuppenflechte (Psoriasis).
Informationen für Patienten:
Informationen für Fachkreise:
Was ist Ciclosporin?

Ciclosporin ist ein ringförmiges Molekül aus elf Aminosäuren, den Bausteinen von Eiweißen. Ciclosporin wurde 1970 in einer norwegischen Bodenprobe entdeckt.
Der Wirkmechanismus von Ciclosporin

Ciclosporin hemmt gezielt die Abwehrreaktion der Immunzellen und damit die Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen des Körpers - und greift so an einer zentralen Stelle in das Immunsystem ein.
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