

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Arzneimittelforschung mit Tieren
Tierversuche sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Forschung und Entwicklung. Viele Meilensteine der Medizingeschichte sind erst durch Versuche mit Tieren möglich geworden. Die drastische Eindämmung von Kinderlähmung zum Beispiel geht auf die Entwicklung eines Impfstoffes zurück, der im Tierversuch erforscht worden ist. Auch andere verheerende Krankheiten wie tuberöse und Multiple Sklerose wären ohne den Einsatz von Labortieren heute nicht behandelbar.
Es ist ein Verdienst der Tierversuche, dass heute Millionen von Menschen von den Fortschritten der biomedizinischen Forschung profitieren. Novartis konnte 2009 dabei helfen, mehr als 930 Millionen Menschen weltweit mit Medikamenten zu behandeln und mit Impfstoffen schützen. In unseren Patientenberichten kann man sich ein Bild von ihrer Meinung machen.
Noch gibt es keine alternative Methode, die an die Stelle von Tierexperimenten treten könnte. Obwohl sich heute viele Versuche im Reagenzglas (in vitro) durchführen lassen, werden komplexe Krankheitsmechanismen oft nur am lebendigen Organismus sichtbar. Die biomedizinische Forschung wird daher in absehbarer Zeit nicht auf Tierversuche verzichten können. Neue Technologien und Verfahren ermöglichen es aber, die Zahl der Labortiere stetig zu reduzieren. Zu ihnen zählen
- Zell- und Gewebekulturen
Zell- und Gewebekulturen sind Gruppen von Zellen, die außerhalb eines lebenden Organismus wachsen. Mit ihnen schaffen Wissenschaftler eine künstliche Umgebung für Versuche, die ein lebendes Tier ersetzt. Als besonders nützlich erweisen sich Zell- und Gewebekulturen bei Versuchen auf der Haut. - Hightech-Computersimulationen
Computerprogramme können heute simulieren, wie Medikamente auf den menschlichen Körper wirken. Dies erspart den Einsatz von Labortieren. In die Programmierung fließen Daten aus der Forschung wie etwa die Absorptionsraten des jeweiligen Arzneimittels direkt mit ein. - Transgene Tiere
Transgene Tiermodelle entstehen durch das Einpflanzen menschlicher Gene in den tierischen Körper. Die neuen Gene lassen sich dann "aktivieren" und "deaktivieren", so dass untersucht werden kann, welche Funktion ein einzelnes Gen bei dem Verlauf einer bestimmten Krankheit hat. Außerdem lässt sich an transgenen Tieren feststellen, wie ein neues Medikament auf ein einzelnes Gen wirkt und welche Therapie am effektivsten ist. Selbstverständlich gelten bei unserer Arbeit mit transgenen Tieren dieselben Tierschutzstandards wie bei nicht transgenen Tieren. - Reverse Vakzinologie
Reverse Vakzinologie bedeutet wörtlich "umgekehrte Impfstoffentwicklung". Bei herkömmlichen Methoden werden Viren oder Bakterien in einem Tiermodell vermehrt. Aus diesen Bakterien werden Proteine oder Polysaccharide isoliert und im Impfstoff als Antigen eingesetzt. Die reverse Vakzinologie dagegen geht vom Genom des Bakteriums aus. Auf diese Weise können Tierversuche zielgerichteter durchgeführt und deutlich eingeschränkt werden.
